Badphilosoph Edwin Winowsky

24.02.2016

Bäder wie der Mensch – einzigartig

Edwin Winowsky bietet exklusive Bad­konzeptionen für Individualisten, vom handentworfenen Grundriss über die Auswahl der Produkte bis hin zur Vollendung der Bad-(t)-räume inklusive aller Handwerksarbeiten. „Da, wo die Phantasie aufhört, fange ich erst an“, beschreibt er seine außergewöhnliche Arbeit.

Das unscheinbarste Zimmer in einer Wohnung ist in den meisten Fällen das Badezimmer. Keine aufwändigen Dekorationen, oft nur weiß oder neutral gefliest, kann es mit dem schmucken Wohnzimmer oder der funktionalen Küche an Attraktivität nicht mithalten. Es sei denn, Edwin Winowsky hat den Raum für Dusche und Waschbecken entworfen.

Der 56-Jährige hat ein ganz besonderes Händchen, wenn es um die Gestaltung des Badezimmers geht. Nicht ohne Grund nennt er sich „Badphilosoph“. Was Bad und Toilette jedoch mit bedeutender Philosophie zu tun haben sollen, ist auf den ersten Blick nicht leicht zu erkennen. „In meinem Falle schon“, behauptet Edwin Winowsky mit einem Lächeln. „Das, was ich mache, ist einzigartig.“ Und wahrlich werden wir genau davon überzeugt. Der Wahlmöllner nimmt uns mit auf seine etwas andere Art der Bäderreise.
Ein großes Schild am Hauseingang des hübschen Einfamilienhauses in einer ruhigen Möllner Wohnsiedlung weißt daraufhin: Hier wohnt der Badphilosoph. Ein Freund der Weisheit,
passt zur Eulenspiegelstadt, könnte man meinen.

Doch Edwin Winowsky bietet exklusive Bad­konzeptionen für Individualisten, vom handentworfenen Grundriss über die Auswahl der Produkte bis hin zur Vollendung der Bad-(t)-räume inklusive aller Handwerksarbeiten. „Da, wo die Phantasie aufhört, fange ich erst an“, beschreibt er seine außergewöhnliche Arbeit.
Seine beruflichen Wurzeln hat Edwin Winowsky natürlich im Sanitärbereich: „Ich habe den Beruf von der Pike auf gelernt und die schönsten Bäder, die von großen Architekten entwickelt wurden, verkauft. Aber das hat mir damals schon nicht gefallen.“ Das Schema sei immer das Gleiche: Ein Raum, vier Ecken und danach werden die Badmöbel angeordnet. „Die Industrie gibt vor, was Jahre später ‚in‘ ist. Da habe ich einen ganz anderen Ansatz.“
Den Schritt in die Selbständigkeit als „Badezimmer-Denker“ hat Winowsky mit 52 Jahren relativ spät gewagt. „Ich weiß, dass das Leben nicht unendlich ist und ich möchte jetzt das tun, was ich am besten kann“, bringt er seine Vision auf den Punkt. „Ich habe gute Ideen und das, was ich tue, gibt es kein zweites Mal.“
Edwin Winowsky realisiert einzigartige Bäderkonzepte. Allem voran ist das persönliche Gespräch für ihn von äußerster Wichtigkeit. Am liebsten vor Ort, da, wo das neue Bad entstehen soll. In entspannter Atmosphäre findet das Badezimmer-Analyse-Gespräch statt, bestenfalls mit der ganzen Familie.
Das Badezimmer selbst nimmt Edwin Winowsky dabei nicht in Augenschein: „Aus der intensiven Unterhaltung nehme ich meine Inspiration. Ich bin insofern Philosoph, als dass ich Lebenseindrücke und Lebensmomente meiner Kunden materialisiere. Ich finde für alle Probleme die perfekten Lösungen und am Ende spiegelt sich der Traum der Kunden in einem einzigen Raum wider“ Und er nennt auch Beispiele, wie etwa die Mutter von sechs Kindern, die von ihrem Ehemann verlassen wurde, emotional vor einem Scherbenhaufen stand und heute eine überaus erfolgreiche Unternehmerin ist. „Für sie habe ich das Badezimmer ‚Kraft aus dem Scherbenhaufen‘ entworfen. Ein Raum ausschließlich aus Scherben, die kleinste 2 Zentimeter und die größte 83 x 213 Zentimeter.“
Von jedem Projekt macht Edwin Winowsky Fotos und erstellt ein bebildertes Buch. „Der Kunde hat ja das Bad. Ich habe dann die Erinnerungen auf dem Papier.“ Er zeigt uns die Bilder von dem Bad­erlebnis „Evas Blumenwiese“. An den Wänden überall Blumen, man meint, die Sonne zu spüren, und man hat das Gefühl, als könne man den Duft von frischen Frühlingsblumen schnuppern. Das Pärchen, das eine faszinierende Leidenschaft für Afrika entwickelt hatte, putzt die Zähne morgens im Gepard-Design in dem Bad „Massai in der Savanne“.
Jedes Bad ist ein „unlimited bathroom philotainment“, wie Edwin Winowsky es nennt. Ganzheitlich gesehen macht die Liebe zum Detail jedes Badezimmer zum Lebensmittelpunkt.
Der Badphilosoph beschreibt das so: „Sie gehen nicht einfach nur auf die Toilette. Sie werden ein Teil des Bades. Hier findet man Muße und immer wieder etwas Neues zu entdecken.“ Dann steht der sympathische Badphilosoph im Türrahmen – mit Rüschenhemd, einem Cut aus Samt und einer großen silbernen Schraube in der Hand. Mit einem Augenzwinkern meint er abschließend: „So mancher meint, dass ich eine Schraube locker habe. Was ja auch letztendlich stimmt. Sie wissen ja, ich trag sie immer bei mir.“
Er hebt die Schraube und philosophiert: „Im Leben kommt es immer auf die Perspektive an – wie man Dinge betrachtet. Für viele Menschen ist eine verzinkte Schlüsselschraube eine ganz normale Schraube. Für mich als Badphilosoph bedeutet sie aber auch: eine veredelte Haut schützt den guten Kern. Sie ist Lebensspirale, gibt dir Sicherheit und Halt. Banal betrachtet kannst du dir mit ihr eine Locke ins Haar drehen, nach außen macht sie dich sichtbar schön, nach innen stärkt sie dein Selbstwertgefühl. Doch denke dran – ziehe sie im Leben niemals zu fest.“

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