Hollywood Made in Norddeutschlaund

23.09.2015

Der petersen

So könnte man die Arbeit der Firma „Der Petersen“ bezeichnen. Wenn es um die Internetpräsenz und Vermarktung von aktuellen, insbesondere internationalen Blockbustern geht, ist das Schleswiger Büro einer der führenden Medienagenturen. Inhaber Christian Petersen hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Das hört sich etwas abgedroschen an, trifft aber in diesem Fall genau den Punkt. Flimmernde Bilder auf dem Bildschirm haben schon früh das Interesse bei dem heute 43-jährigen Geschäftsmann geweckt. Im Alter von sechs Jahren schenkte ihm sein Vater den ersten eigenen Videorekorder. „Mit dem Erfolg, dass ich seine Lieblingsfilme gelöscht habe beim Experimentieren“, blickt Christan Petersen mit einem Augenzwinkern zurück. Später habe er damit angefangen, für die regionale Presse Videofilme zu rezensieren. So habe er Zugang zu allen bekannten Filmfirmen bekommen und sich, damals noch als Privatmann, einen Namen gemacht. An seinen ersten Auftrag kann er sich noch sehr gut erinnern: „Die Produktionsfirma 20th Century Fox hat mir den Auftrag erteilt, eine Internetpräsenz zu der Action-Komödie „Keine halben Sachen“ mit Bruce Willis zu erstellen. Klar habe ich da sofort zugesagt.“ Mit einem Handicap hatte er jedoch zu kämpfen: „Ich hatte keine Ahnung vom Programmieren mit Flash 4. Dafür aber eine große Portion Selbstbewusstsein.“
Learning by doing war angesagt. Bis in die Nacht hat er Bücher gewälzt und versucht die Software zu beherrschen. Eine Woche später war der Auftrag erledigt: „Aus meiner Sicht ist mein erstes Flash-Werk immer noch hervorragend. Heute geht das natürlich viel schneller und präziser mit beispielsweise hochauflösenden HD-Trailern.“ Damit gehört Christian Petersen zu den Pionieren der Filminfos per Mausklick und wurde ab diesem Zeitpunkt bei den Produktionsfirmen für Kinohits geradezu rumgereicht. Es folgten Aufträge für Sony, Kinowelt, Paramount, Universum, Warner Brothers, Universal und andere namhafte Kinofilmagenturen. Mittlerweile setzen er und sein Team nicht nur angesagte Movies ins Netz, sondern entwickeln komplexe Konzepte, um die Filme erfolgreich zu vermarkten. „Wir machen von der Printanzeige bis hin zum Kinotrailer alles möglich. Durch unser großes Netzwerk können wir ein großes Spektrum im Print, Web und Filmbereich abdecken“, berichtet Christan Petersen. „Wir richten aber auch Premieren für große Film-Highlights aus oder präsentieren diese auf dem roten Teppich. Was uns von anderen Medienagenturen abhebt, ist unser breitgefächertes Angebot, und dass wir nicht nur für einen Kunden arbeiten, sondern parallel für mehrere.“
Große Titel wie etwa Spiderman, Die Schlümpfe und ganz aktuell Terminator machen Christian Petersen besonderen Spaß. „Mit den kleinen blauen Kobolden bin ich aufgewachsen und von Arnold Schwarzenegger bin ich ein totaler Fan. Wenn man solche Titel bearbeiten darf, ist das einfach super“, schwärmt er. Seit dem großen deutschen Film „Der 7. Zwerg“ ist der Medien-Macher sogar eng befreundet mit Otto Waalkes. In regelmäßigen Abständen besucht der Ostfriese den gebürtigen Schleswiger, um mit ihm gemeinsam, wie sollte es auch anders ein, Filme zu schauen. Dafür hat Petersen in seiner Wohnung einen eigenen Kinosaal, mit allem was dazu gehört, installiert. Zwei Reihen mit jeweils zwei Kinostühlen, jede Menge Knabbereien und eine überdimensionale Kinoleinwand. Alles was man für einen Kinoabend benötig, eben nur ganz privat.
Bei allem was Christian Petersen tut, ist er dennoch bodenständig geblieben. „Ich mag nicht in der ersten Reihe stehen“, gesteht er. „Ich lebe meine Arbeit, auch schon mal bis in den späten Abendstunden.“ In dem kleinen idyllischen Schleswig verhilft er Kinofilmen zu Weltruhm. Gemeinsam mit seinem Team erfindet er tagtäglich die Kreativität neu, wie er selber sagt. Dafür investiert er auch in seine Mitarbeiter. Neben einem Flipperautomaten zum Entspannen gibt es Schüsseln mit Süßigkeiten und für die Sommermonate eine große Kühltruhe mit Eisvariationen für Waffelhörnchen wie in einem Eiscafé. „Ich weiß, wie es ist, wenn man von seinem Chef schlecht behandelt wird“, erzählt er und fügt wieder mit einem schelmischen Blick hinzu: „Ich versuche allen gegenüber fair zu sein, aber das gelingt mir auch nicht immer.“ Ein Chef und Unternehmer ohne Schlips und Kragen. Sportlich gekleidet und immer das Basecap tief ins Gesicht gezogen. So kennt man Christian Petersen. Hat er seinen Schritt in die Selbstständigkeit je bereut? „Kein Stück“, winkt er entschieden ab. „Ich bin seit 15 Jahren mein eigener Meister und seitdem auf ewig mit der Filmwelt verheiratet.“

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