Nordirland - Causeway Coastal Route

31.05.2017

Gigantische Aussichten

Die schönste Küstenstrecke Nordirlands wird auch die Schwester des Wild Atlantic Way genannt. Eine dramatische, von Mythen umwehte Landschaft und ein herrliches Gelände für Wanderungen durch die Historie.

Wenn die Sonne über dem Giant‘s Causeway, dem Pfad des Riesen, steht, leuchten seine Basaltquader in goldroten Farbtönen. Dann möchte man gerne dem Mythos glauben, dieses phantastische Gebilde aus 38.000 achteckigen Säulen habe der Riese Finn McCool gebaut, um darauf über das Meer bis nach Schottland zu gelangen und sich mit einem Rivalen zu duellieren.
Tatsächlich ist der Giant‘s Causeway durch vulkanische Tätigkeit entstanden und bildet als UNESCO-Weltkulturerbe den Mittelpunkt der Causeway Coastal Route, der 200 Kilometer langen, schönsten und abwechslungsreichsten Küstenstraße Nordirlands. Sie erstreckt sich von Derry~Londonderry bis nach Belfast und bietet bei fast jeder Sehenswürdigkeit die herrlichsten Ausblicke über wilde Steilküsten und die nordirische See. Einen guten Einblick in die Historie gewinnt man bei einem Abstecher ins Landesinnere nach Ballymoney in Sheans Heritage and Historical Centre.So erschließt sich die Bedeutung der sagenhaften Orte auf der Küstenroute noch besser. Entlang dem Coast of Antrim-Wanderpfad, der am Giant‘s Causeway beginnt, oder hoch über dem Meer bei der verwunschenen Ruine des Dunluce Castle, dessen eine Flanke über die Klippenkante abgerutscht ist, erkennt man die gewaltige Dimension dieser früh besiedelten urwüchsigen Landschaft.
Ein anderer Höhepunkt auf der Strecke ist die Carrick-a-Rede Rope Bridge. Die in schwindelnder Höhe vom Festland auf eine vorgelagerte Insel gespannte Hängeseilbrücke erzählt von den waghalsigen Lachsfischern, die einst in 25 Metern über dem tosenden Nordatlantik auf dieser Brücke ohne festes Geländer ihre Netze ausgeworfen haben. Touristen können heute die Mutprobe der Überquerung mit etwas mehr Absicherung bestehen. Von hier aus weiter die Küste entlang und die Nase immer im Wind wird man bald einen typischen Malzgeruch aufnehmen und ihm bis zur ältesten Whiskey-Brennerei Irlands folgen.
Die Bushmills Distillery ist ein historisches Kleinod der frühen Industrialisierung und bei einer Führung durch die Destille mit anschließender Verkostung einiger Whiskeys kann man sich von der Güteklasse der alten Brennkunst einzigartiger Single Malts überzeugen. Und genießt man nach einem vorzüglichen Dinner im Traditionsrestaurant des Hotel Bushmills Inn und einem letzten Malt am Kamin die traumhafte Nachtruhe in fürstlichen Daunenfederbetten, weiß man, wie sich der irische Hochadel einst verköstigt hat. Königlich schlägt man auch in den drei Top-Golfplätzen des Nordens ab. Die Clubs Royal County Down, Portstewart und Royal Portrush verfügen über die besten Links-Championship-Plätze der Welt.
Eine andere großartige Location findet sich beim Abstecher auf die äußerste Küstenkante zum Torr Head, wo bei klarem Wetter der Blick bis nach Schottland reicht. Um die Kante herum öffnet sich das Land zu den sanft gewellten, grünen Tälern der neun Glens of Antrim. Hier ist Wandern und Rad fahren die beste Art, die Schönheit der wie hingemalten Täler zu erfassen. Traumhaft der Glenarrif Forest Park und fast atemberaubend der 180 Höhenmeter steile Aufstieg zum Slemish Mountain, wo der Nationalheilige St. Patrick einst als Sklave Ziegen gehütet haben soll. Danach laden in den hübschen Ortschaften Carnlough und Glenarm urige Pubs und kleine Hotels zum Bleiben ein, ehe bald die Causeway Coastal Route endet und die Reise auf Belfast zugeht.
Verschiedene Tourenvorschläge finden Sie auf www.ireland.com


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